Ich bin gefragt worden, wie fängt man eine neue Kirchengemeinde an? Und wisst ihr, das ist eine sehr gute Frage! Überhaupt wie fängt man richtig an?

Ich starte eine neue Kirchengemeinde. Für mich ist dieser Anfang nicht ganz ohne innere Spannung. Immer wieder spüre ich den Druck, dass ich jetzt mehr von diesem und mehr von jenem tun sollte. Lade ich als erstes zu einem Gottesdienst ein? Gestalte ich zuerst einen ansprechenden Flyer, gründe eine neue Facebookgruppe und gehe mit einer Website online? Begebe ich mich auf die Straße um Menschen anzusprechen? Oder sollte ich zuerst einfach nur beten?

Der Titel von Simon Sineks Buch bringt es auf den Punkt, wenn es darum geht richtig anzufangen: „Start with Why“ (Frag immer erst: warum)

Die erste Frage wenn wir etwas anfangen wollen ist warum. Für mich heißt die Frage, warum starten wir eine neue Kirchengemeinde? Die Versuchung ist sehr groß mit dem „Was“ zu beginnen, weil wir dann etwas konkretes in der Hand haben. Einen Gottesdienst. Eine Website. Ein Event. Ich ermutige uns aber die Spannung auszuhalten und doch mit dem Warum anzufangen. Verschiedene Gründe sprechen für mich dafür:

1. Warum spricht meine Leidenschaft an

Leidenschaft, innere Motivation, Antrieb, all das ist enorm wichtig, wenn wir in unsere Welt wirklich etwas bewegen wollen. Ohne Leidenschaft können wir nichts bewegen. Simon Sinek hat recht, wenn er sagt, dass Martin Luther King nicht gesagt hat, „ich habe einen Plan“. Vielmehr sagte er „ich habe einen Traum“. Wenn ich keine Leidenschaft in mir spüre, muss ich enorm viel Energie aufbringen um irgendetwas zu tun. Ich stelle bei mir fest, dass Leidenschaft stärker ist als Pflichtbewusstsein.

2. Warum gewinnt Herzen und somit auch Hingabe

Es kommt immer wieder vor, dass wir aufgefordert werden uns mehr zu investieren. Es wird mehr Verbindlichkeit verlangt. Es wird an unsere Hingabe appelliert. Und in der Tat, ich glaube, dass noch viel Verbindlichkeit und Hingabe in uns Menschen vorhanden ist. Sie wird jedoch nicht einfach hergegeben. Hingabe entsteht dort, wo Herzen für eine Sache entzündet werden.

Warum spricht genau diese Ebene an, unser Herz. Ich möchte nicht für irgendwelche Aufgaben gewonnen werden. Ich möchte für eine geniale Idee gewonnen werden. Eine Idee für die ich mich investieren möchte, weil ich spüre, dass ich dadurch etwas bedeutungsvolles tun kann.

Eines ist mir sehr klar. Niemand muss in unserer neuen Kirche irgendetwas tun. Aber sie können. Wenn sie von der gleichen Idee und Leidenschaft gepackt sind wie wir, werden sie sich auch mit der gleichen Hingabe für diese neuen Kirche einbringen, wie wir es tun.

3. Warum ist ein Filter.

Warum sagt warum wir existieren. Warum wir atmen. Wofür unser Herz schlägt. Warum sagt auch warum wir nicht hier sind. Wofür wir keinen Atemzug verschwenden werden. Damit legen wir unsere Karten offen auf den Tisch. Jeder darf wissen warum wir hier sind und kann für sich entscheiden ob unsere Leidenschaft auch seine Leidenschaft ist. Ob wir seine Kirche sind.

Frage: Welche große Leidenschaft treibt dich im Leben an?

2 Gedanken zu “Wie fängt man richtig an?

  1. Hallo James,
    erstmal Glückwunsch zu deinem einjährigen Jubiläum. Krass dass das schon 1 Jahr her ist!
    Danke für deinen ermutigenden Blog! 🙂

    Das was du hier oben schreibst bewegt mich total. Ich kenne solche Situationen gut.
    Auch ich bin immer sehr uneffektiv und träge wenn ich etwas aus Plfichtbewusstsein heraus tue oder anfange und mir die Leidenschaft fehlt. Hingabe und Leidenschaft muss da sein bevor man etwas beginnt!

    Habe in den letzten Wochen folgendes erlebt:
    War mit Anna bei einem Abend der von „Mütter für Mütter“ organisiert wurde (da durften Männer dabei sein ^^). Zunächst war ein Ehepaar von Team F aus Berlin zu besuch. Sie sprachen breitgefächert über Beziehung und Ehe, etc. Bei diesem ersten Teil waren ca. 30 Leute da, darunter auch viele Nichtchristen. Sonst trifft sich immer nur ein kleiner Kreis… Das Interesse daran Input / Hilfe zu bekommen in diesem Themenbereich war also enorm.

    Im zweiten Teil ging es darum zu sammeln welche Angebote für Ehe es derzeit in Neubrandenburg gibt und wo Menschen, Beratung, Hilfe, etc. bekommen können. Wir mussten leider feststellen das es kaum Angebote gibt! Anna und ich bieten einen EBK an, und dann gibts nur noch 1,2 andere Sachen. Ich habe an diesem Abend total die Liebe ins Herz bekommen für diese Gruppe von Menschen weil ich so sehr ihre Bedürfnisse gespürt hab. Die einen brauchen Paarberatungen, andere Hilfe damit klarzukommen verlassen wurden zu sein… und einiges mehr…
    So oft hab ich versucht Dinge anzubieten, die die Leute garnicht wollten oder brauchten. So oft hatte ich Antworten für die Menschen auf Fragen die sie nicht gestellt hatten!
    Und hier gibt es ein ganzes Feld an Bedürfnisse und Fragen und wir Christen haben zu wenig Anegbote und Antworten… ich bin Gott dankbar das er uns an diesem Abend darauf hingewiesen hat.

    Nun überlegen Anna und ich eine Weiterbildung zu machen im Bereich Ehe/Paarberatung, Traumabewältigung, etc. Sind gerade dabei uns zu informieren wo und wie wir das am besten machen können, über Team F, das Weisse Kreuz oder welche Möglichkeiten es sonst noch gibt!
    Gott hat mir an diesem Abend ein starkes Mitgefühl für diese Menschengruppe gegeben, und ich möchte unbedingt dieser „Not“ begegnen und in unserer Stadt eine Anlaufstelle bieten.

    Liebe Grüße
    Dani aus Neubrandenburg 🙂

    1. Hey Daniel,

      das hört sich richtig cool an. Die Kunst bei der ganzen Sache ist nicht unsere Termine einer Priorität zu zu ordnen, sondern unsere Prioritäten einen Termin zu zu ordnen :-).

      Lebe und diene weiterhin mit Leidenschaft!

      Liebe Grüße
      James

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