#ostdeutschlandglaubt News Nr 2 | 2017

Liebe Freunde,

die Welt verändert man am besten gemeinsam. Deshalb ist es für uns ein riesen Vorrecht gemeinsam mit euch für Gottes Mission in Ostdeutschland unterwegs zu sein.

 

Zwischen Kaffee und Nudelsalat

Ein Bericht von Corinna und Wolfgang Brandes

Gottesdienst in Arnstadt heißt dort „Sonntag mit Freunden“, findet 2x im Monat statt, beginnt ab 10 Uhr gemütlich im Vorraum der Turnhalle mit Kaffee und Keksen. Nach fetzigem Lobpreis und einer kurzen Predigt, gibt es noch ein Mittagessen.

Ist das echter Gottesdienst? Das wollen wir selbst erleben. Also auf nach Arnstadt.

Da sitzen Menschen unterschiedlicher Herkunft, jeden Alters und sogar unterschiedlichen Glaubens. All das, ist jedoch nicht entscheidend. Entscheidend ist, sie kommen und hören zu. Weiterlesen „#ostdeutschlandglaubt News Nr 2 | 2017“

Wir unterstützen einen neuen Trend

Immer mehr junge christliche Führungskräfte entscheiden sich nach ihrem Studium nach Ostdeutschland zu ziehen, um hier neue Kirchen zu starten.

Diese neuen Kirchen werden gebraucht, weil immer noch der Alltag der meisten Familien, Jugendlichen und Senioren in Ostdeutschland ohne Gott stattfindet: Ohne seine Güte, seine Hoffnung, seine Annahme, seine Heilung, seine Anleitung wie Leben wirklich gelingt und seine Perspektive auf Ewigkeit. Dazu kommt, dass kaum ein Ostdeutscher eine echte Chance hat das Evangelium sichtbar und greifbar durch Christen zu erleben, die als Leib Christi in seiner unmittelbaren Nähe in Gemeinschaft miteinander leben und handeln.

Deshalb kommen diese jungen Leiter und Leiterinnen nach Ostdeutschland, damit Menschen erleben können, wie Glaube zeitgemäß, unkonventionell und alltagsbezogen gelebt wird.

Deshalb haben wir von KirchenThür das Projekt „GGStart“ gestartet. In diesem Video erzählen wir dir was „GGStart“ tut und wie du mit „GGStart“ Teil von diesem neuen Trend werden kannst.

 

 

Kontoinformationen

Projekt „GGStart“
Anschubfinanzierung für GemeindeGründer

Kirchenthür e.V.
IBAN: DE71 8405 1010 1010 1160 84
(Sparkasse Arnstadt-Ilmenau)
VWZ: GGStart

Der markante Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland

Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gleichen sich in den meisten Bereichen immer mehr aus. Es gibt jedoch einen Bereich, in dem es noch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland gibt: Der Bereich des Glaubens!

Anhand der Studie „Beliefs about God across Time and Countries” der University of Chicago, habe ich mich in letzter Zeit mit dem Glauben in Ostdeutschland beschäftigt.

Oberflächlich betrachtet schien für mich der Unterschied zwischen West und Ost nicht mehr allzu groß zu sein. Die Menschen im Osten machen an den gleichen Orten Urlaub, fahren die gleichen Autos, schauen die gleichen Filme an und kaufen in den gleichen Supermärkten zu den gleichen Preisen ein, wie die Menschen in Westdeutschland. Aber es gibt noch Unterschiede, wie zum Beispiel im Lohnniveau. Thüringen steht jedoch in Bezug auf die Arbeitslosenquote im Mittelfeld, und zwar im gesamtdeutschen Vergleich.

Wenn es nun um den Glauben an Gott geht, gibt es jedoch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Kaum ein Ostdeutscher glaubt an Gott.

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland haben mir nochmals deutlich gemacht, dass Mission und Gemeindebau in Ostdeutschland unter ganz anderen Voraussetzungen stattfinden.

Nirgends in der Welt glauben so wenige Menschen an Gott wie in Ostdeutschland

30 Länder waren Teil der Studie. Bei der Aussage „Ich glaube nicht an Gott und ich habe noch nie an Gott geglaubt“ führt Ostdeutschland die Tabelle an. 59,4% der Ostdeutschen stimmen dieser Aussage zu. In Westdeutschland sind es vergleichsweise nur 9,2%.

Es findet weiterhin ein Rückgang des Glaubens statt

Zwischen 1991- 2008 nahm die Zahl der Atheisten in Ostdeutschland um 3,4% zu. Hingegen nahm die Zahl der Atheisten in Russland um 11,7% ab. In Westdeutschland stieg die Zahl der Atheisten um 0,1%

Der Trend der areligiösität bleibt weiterhin in den nachkommenden Generationen bestehen

Auffällig sind die unter 28-Jährigen, also, die „Nach-Wende-Generation“. Da sagen 71,6% der Ostdeutschen, dass sie noch nie an die Existenz Gottes geglaubt haben. In der gleichen Altersgruppe in Westdeutschland sind es 15,3%.

Die Studie hat ergeben, dass nirgendwo auf der ganzen Welt so wenige Menschen an Gott glauben wie in Ostdeutschland. Wenn es um den geistlichen Zustand in unserem Land geht, dann gibt es einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland.

Der Erfurter Theologieprofessor Eberhard Tiefensee beschreibt dabei unsere missiologische Herausforderung:

„Wenn Ostdeutschland nun Missionsland ist, dann trifft christliche Verkündigung erstmalig nicht auf andere Religionen, sondern auf ein stabiles areligiöses Milieu.“  Dieses ‚Milieu‘, habe sich als hochresistent für Missionsbewegungen aller Art erwiesen. (Quelle)

Drei Dinge die für Mission in Ostdeutschland wichtig sind

Drei Dinge werden dadurch für mich für Mission in Ostdeutschland wichtig:

Wir brauchen einen langen Atem

Diese Zahlen und Fakten lösen keine Resignation in mir aus. Sie helfen mir, meine Situation besser einzuschätzen. Wir werden einen langen Atem brauchen, um kreative Wege zu entdecken, damit wir unseren Mitmenschen Raum und Hilfe für eine Gottesbeziehung anbieten können. Denn, wie Tiefensee betont, dürfen wir den „Abgrund zwischen der kirchlichen Verkündigung und den nichtchristlichen Adressaten nicht unterschätzen.“

Wir sprechen eine Einladung aus

Ich mag die Menschen hier. Es sind wunderbare Menschen, und ganz gleich, wo sie in Puncto Glauben stehen, bereichern sie mein Leben. Ich lebe gerne in Ostdeutschland. Deshalb sprechen wir ganz bewusst eine Einladung an die Menschen aus, ohne jedoch einnehmend oder aufdringlich zu sein.

Trotz unserer Schwäche stecken wir uns mutig große Ziele

Angesichts der großen Herausforderung dürfen wir uns mutig große Ziele stecken. Dabei verlieren wir unsere eigene Begrenzung nicht aus den Augen. Wir können keine geistliche Wende vollziehen. Wir können den geistlichen Status Quo nicht verändern. Aber Gott kann. Wenn unser Gott lebt und allmächtig ist, dann kann er unsere kleinen und oft schwachen Ansätze verwenden, um die geistliche Statistik in Ostdeutschland zu verändern, damit es eines Tages heißt #ostdeutschlandglaubt.

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