Was ich von der Mountain View Community Church gelernt habe

Mountain View Missions Moment

Woran erkennt man eine Kirchengemeinde, die wirklich daran interessiert ist, dass Menschen, die ferne von Gott sind, eine echte Chance bekommen, ihn persönlich kennenzulernen? Die Mountain View Gemeinde in Fresno ist ein gutes Beispiel für genauso eine Gemeinde.

Ein Wochenende lang durfte ich die Mountain View Community Church in Fresno California kennenlernen. Ich nahm an Gebetstreffen, Gottesdiensten und Missional Community teil. Pastor Fred Leonard nahm sich Zeit für mich, genauso wie Freunde und zukünftige Mitarbeiter Kevin und Katharina Herla, die für sechs Monate in der Gemeinde ein Praktikum absolvieren.

Hier einige meiner Beobachtungen: Weiterlesen „Was ich von der Mountain View Community Church gelernt habe“

Der markante Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland

Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gleichen sich in den meisten Bereichen immer mehr aus. Es gibt jedoch einen Bereich, in dem es noch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland gibt: Der Bereich des Glaubens!

Anhand der Studie „Beliefs about God across Time and Countries” der University of Chicago, habe ich mich in letzter Zeit mit dem Glauben in Ostdeutschland beschäftigt.

Oberflächlich betrachtet schien für mich der Unterschied zwischen West und Ost nicht mehr allzu groß zu sein. Die Menschen im Osten machen an den gleichen Orten Urlaub, fahren die gleichen Autos, schauen die gleichen Filme an und kaufen in den gleichen Supermärkten zu den gleichen Preisen ein, wie die Menschen in Westdeutschland. Aber es gibt noch Unterschiede, wie zum Beispiel im Lohnniveau. Thüringen steht jedoch in Bezug auf die Arbeitslosenquote im Mittelfeld, und zwar im gesamtdeutschen Vergleich.

Wenn es nun um den Glauben an Gott geht, gibt es jedoch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Kaum ein Ostdeutscher glaubt an Gott.

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland haben mir nochmals deutlich gemacht, dass Mission und Gemeindebau in Ostdeutschland unter ganz anderen Voraussetzungen stattfinden.

Nirgends in der Welt glauben so wenige Menschen an Gott wie in Ostdeutschland

30 Länder waren Teil der Studie. Bei der Aussage „Ich glaube nicht an Gott und ich habe noch nie an Gott geglaubt“ führt Ostdeutschland die Tabelle an. 59,4% der Ostdeutschen stimmen dieser Aussage zu. In Westdeutschland sind es vergleichsweise nur 9,2%.

Es findet weiterhin ein Rückgang des Glaubens statt

Zwischen 1991- 2008 nahm die Zahl der Atheisten in Ostdeutschland um 3,4% zu. Hingegen nahm die Zahl der Atheisten in Russland um 11,7% ab. In Westdeutschland stieg die Zahl der Atheisten um 0,1%

Der Trend der areligiösität bleibt weiterhin in den nachkommenden Generationen bestehen

Auffällig sind die unter 28-Jährigen, also, die „Nach-Wende-Generation“. Da sagen 71,6% der Ostdeutschen, dass sie noch nie an die Existenz Gottes geglaubt haben. In der gleichen Altersgruppe in Westdeutschland sind es 15,3%.

Die Studie hat ergeben, dass nirgendwo auf der ganzen Welt so wenige Menschen an Gott glauben wie in Ostdeutschland. Wenn es um den geistlichen Zustand in unserem Land geht, dann gibt es einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland.

Der Erfurter Theologieprofessor Eberhard Tiefensee beschreibt dabei unsere missiologische Herausforderung:

„Wenn Ostdeutschland nun Missionsland ist, dann trifft christliche Verkündigung erstmalig nicht auf andere Religionen, sondern auf ein stabiles areligiöses Milieu.“  Dieses ‚Milieu‘, habe sich als hochresistent für Missionsbewegungen aller Art erwiesen. (Quelle)

Drei Dinge die für Mission in Ostdeutschland wichtig sind

Drei Dinge werden dadurch für mich für Mission in Ostdeutschland wichtig:

Wir brauchen einen langen Atem

Diese Zahlen und Fakten lösen keine Resignation in mir aus. Sie helfen mir, meine Situation besser einzuschätzen. Wir werden einen langen Atem brauchen, um kreative Wege zu entdecken, damit wir unseren Mitmenschen Raum und Hilfe für eine Gottesbeziehung anbieten können. Denn, wie Tiefensee betont, dürfen wir den „Abgrund zwischen der kirchlichen Verkündigung und den nichtchristlichen Adressaten nicht unterschätzen.“

Wir sprechen eine Einladung aus

Ich mag die Menschen hier. Es sind wunderbare Menschen, und ganz gleich, wo sie in Puncto Glauben stehen, bereichern sie mein Leben. Ich lebe gerne in Ostdeutschland. Deshalb sprechen wir ganz bewusst eine Einladung an die Menschen aus, ohne jedoch einnehmend oder aufdringlich zu sein.

Trotz unserer Schwäche stecken wir uns mutig große Ziele

Angesichts der großen Herausforderung dürfen wir uns mutig große Ziele stecken. Dabei verlieren wir unsere eigene Begrenzung nicht aus den Augen. Wir können keine geistliche Wende vollziehen. Wir können den geistlichen Status Quo nicht verändern. Aber Gott kann. Wenn unser Gott lebt und allmächtig ist, dann kann er unsere kleinen und oft schwachen Ansätze verwenden, um die geistliche Statistik in Ostdeutschland zu verändern, damit es eines Tages heißt #ostdeutschlandglaubt.

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Warum wir Gott unsere finanzielle Versorgung nicht alleine überlassen sollten

Als ich meine erste Stelle als junger Vikar antrat, fragte ich: „Was werde ich verdienen?“ „Es wird schon reichen“, lautete die Antwort. Bis heute hat es gereicht. Dafür bin ich Gott dankbar.

Dennoch gibt es fünf Gründe, warum ich Gott meine finanzielle Versorgung nicht alleine überlasse:

Für Gott spielt Geld eine Rolle.

Natürlich kommt Gott gut ohne mein Geld aus. Er hat sich jedoch entschieden seine Absichten in unserer Welt mit Geld und nicht ohne Geld zu erfüllen. Ich habe noch keine Rechnung bekommen auf der steht: „Betrag wurde bereits von Gott bezahlt.“ Ich musste bis jetzt jede Rechnung persönlich bezahlen und zwar mit Geld.

Gott versorgt uns. Wie er das tut hat er nicht gesagt.

Ich bekam einen Anruf. Der Anrufer fragte, wie es meinem Auto ginge. Darauf war ich nicht gefasst und schon gar nicht, als ich hörte, dass er mir sein Auto schenken wolle.

Als wir nach Ostdeutschland umgezogen sind hat meine Frau lange Zeit keine Arbeit gefunden. Nach zwei Jahren hat ihr Arbeitgeber ihr ein Heimarbeitsplatz ermöglicht. Das war bis dahin völlig undenkbar und in dieser Form noch nie dagewesen.

Wir sind Gott dankbar für Freunde und Arbeitgeber, durch die er uns so gut versorgt. Gott kann uns durch eine gute Arbeitsstelle versorgen, indem er uns Sponsoren zur Seite stellt oder durch das Erbe einer reichen Tante. Gott kann und wird uns versorgen. Er entscheidet auch wie er es tut – nicht ich.

Unsere persönliche Finanzkraft stärkt oder schwächt unsere eigene Mission.

Ich bin der erste Investor meiner Gemeindegründung und Mission. Meine persönliche Finanzkraft ist, vor allem am Anfang, die Finanzkraft meiner Mission. Meine mangelnden Finanzen blockieren ihre Entwicklung.

In der Mission ist es großartig zu erleben, wie Gott uns versorgt. Gleichzeitig sollten wir nicht vergessen, was Jesus gelehrt hat: „Geben ist seliger als nehmen.“ (Apostelgesichte 20,35). Gemeindegründer und Missionare sind vor allem Geber und erst in zweiter Linie Empfänger.

Behüte dein Herz.

Geld ermöglicht mir nicht nur, dass ich meine Rechnungen bezahlen kann. Geld ist auch eine Form von Wertschätzung. Vor Jahren litt ich an diesem Punkt. Obwohl ich schon mehrere Jahre voll arbeitete, wurde ich nicht nach Tarif bezahlt. Es ging mir dabei nicht einfach darum mehr Geld zu verdienen. Ich fragte mich viel mehr: „Ist meine Arbeit nur so viel wert?“

Für eine Zeit ist es okay spartanisch zu leben. Aber dies sollte kein Dauerzustand sein. Wir müssen dafür sorgen, dass wir finanziell gut versorgt sind. Auch, wenn es bedeutet, nebenher zu arbeiten. Wichtig ist: Achte auf dein Herz. Du wärst nicht der erste, der über diesen Punkt bitter wurde.

Es geht nicht nur um mich.

Es geht auch um meine Familie. Ich wuchs als Kind von Missionaren auf. Wir haben Familienurlaube gemeinsam genossen. Wir haben Geschenke bekommen. Meine Kindheit in der Mission war eine unbeschwerte Zeit. Aus dieser Zeit kenne ich das Gefühl des Mangels nicht. Keine Ahnung, wie es meine Eltern geschafft haben, aber sie taten es. Mum & Dad, ich danke euch dafür. Ihr seid Vorbilder für mich.

Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen

Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen

Ich wurde gefragt: „Ist Gemeindegründung obligatorisch oder optional – eben nur für Gemeinden, die Gott besonders dafür beauftragt?“

Ich fragte zurück: „Warum gibt es eine Jugendarbeit in eurer Gemeinde?“ Unterschiedliche Antworten kamen, aber keiner sprach von einem spezifischen Auftrag Gottes dafür.

Gemeinden suchen nicht lange nach einer Begründung für eine Jugend- oder Lobpreisarbeit. Um eine neue Kirche zu starten, soll jedoch eine spezifische göttliche Beauftragung benötigt werden.

Hier sind drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen: Weiterlesen „Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen“

Gelebte Mission in Ostdeutschland

Nach den Weihnachtsfeiertagen fuhren meine Frau und ich zurück aus unserer alten Heimat in unsere neue Heimat.

Wir unterhielten uns über Geschwindigkeit. Christel fährt lieber nicht ganz so schnell wie ich. Letzten Endes lässt uns eine höhere Geschwindigkeit ja höchstens 15 bis 20 Minuten früher daheim sein.

Eine meiner Lebensmaxime lautet, „Richtung ist wichtiger als Geschwindigkeit.“ Genau das erleben wir in Ostdeutschland. Es tut sich was. Manches läuft schneller als erwartet. Anderes braucht mehr Zeit. Entscheidend ist jedoch, dass die Dinge sich in die richtige Richtung entwickeln.

Von diesen guten Entwicklungen berichte ich in diesem Post. Weiterlesen „Gelebte Mission in Ostdeutschland“