Buchempfehlung: Von der Kunst, sich selbst zu führen

In dem Buch „Von der Kunst, sich selbst zu führen“ schreibt Thomas Härry über eine Kernkompetenz für reife Persönlichkeiten und erst recht für Christen mit Führungsverantwortung.

Was mir sehr gut gefällt, es ist kein Plädoyer für noch mehr Selbstdisziplin. „Von der Kunst, sich selbst zu führen“ ist ein Buch, das entspannt. Diese Lektüre zeigt mir einen Weg, auf dem ich gelassen mein Bestes geben kann und gleichzeitig erfüllt und glücklich leben darf.

Vier Hauptbereiche

Thomas Härry beschäftigt sich mit vier Hauptbereichen:

Selbstverantwortung

Hier wurde mir sehr deutlich, dass ich in meinem Leben ein Wörtchen mit zu reden habe – und es auch tun sollte. Wenn ich mich nicht gut fühle, oder Dinge nicht so glatt laufen, dann ist es viel einfacher mein Blick nach außen zu richten, um die Ursachen dafür zu finden. Erst, wenn ich Verantwortung für meine Emotionen und mein Verhalten übernehme, erst dann bin ich auch in der Lage mich selbst zu führen. Weiterlesen „Buchempfehlung: Von der Kunst, sich selbst zu führen“

Hier bin ich richtig!

Wenn Dinge nicht glatt laufen, kommen mir Zweifel, ob ich hier richtig bin. Investiere ich mein Leben für die richtige Sache? Das ist für mich eine enorm wichtige Frage. Ich möchte nicht in der Ewigkeit ankommen und feststellen, dass ich mein Leben für sekundäre Dinge hergegeben habe.

Am Ende meines Lebens möchte ich mit Jesus sagen können:

„[Vater]… Ich habe das Werk vollendet, das du mir aufgetragen hast: Ich habe hier auf der Erde deine Herrlichkeit offenbart“ (Johannes 17, 4).

Die Lebensaufgaben, die Gott uns gibt, sind bedeutungsvoll, aber nicht unbedingt einfach. Wir werden einige Niederlagen verkraften müssen, und Durchbrüche lassen nicht selten auf sich warten. Für solche Zeiten brauche ich die innere Gewissheit, dass ich hier richtig bin!

In letzter Zeit haben Antworten auf drei bestimmte Fragen mir diese Sicherheit gegeben: Weiterlesen „Hier bin ich richtig!“

Wie fängt man richtig an?

Ich bin gefragt worden, wie fängt man eine neue Kirchengemeinde an? Und wisst ihr, das ist eine sehr gute Frage! Überhaupt wie fängt man richtig an?

Ich starte eine neue Kirchengemeinde. Für mich ist dieser Anfang nicht ganz ohne innere Spannung. Immer wieder spüre ich den Druck, dass ich jetzt mehr von diesem und mehr von jenem tun sollte. Lade ich als erstes zu einem Gottesdienst ein? Gestalte ich zuerst einen ansprechenden Flyer, gründe eine neue Facebookgruppe und gehe mit einer Website online? Begebe ich mich auf die Straße um Menschen anzusprechen? Oder sollte ich zuerst einfach nur beten?

Der Titel von Simon Sineks Buch bringt es auf den Punkt, wenn es darum geht richtig anzufangen: „Start with Why“ (Frag immer erst: warum)

Die erste Frage wenn wir etwas anfangen wollen ist warum. Für mich heißt die Frage, warum starten wir eine neue Kirchengemeinde? Die Versuchung ist sehr groß mit dem „Was“ zu beginnen, weil wir dann etwas konkretes in der Hand haben. Einen Gottesdienst. Eine Website. Ein Event. Ich ermutige uns aber die Spannung auszuhalten und doch mit dem Warum anzufangen. Verschiedene Gründe sprechen für mich dafür:

1. Warum spricht meine Leidenschaft an

Leidenschaft, innere Motivation, Antrieb, all das ist enorm wichtig, wenn wir in unsere Welt wirklich etwas bewegen wollen. Ohne Leidenschaft können wir nichts bewegen. Simon Sinek hat recht, wenn er sagt, dass Martin Luther King nicht gesagt hat, „ich habe einen Plan“. Vielmehr sagte er „ich habe einen Traum“. Wenn ich keine Leidenschaft in mir spüre, muss ich enorm viel Energie aufbringen um irgendetwas zu tun. Ich stelle bei mir fest, dass Leidenschaft stärker ist als Pflichtbewusstsein.

2. Warum gewinnt Herzen und somit auch Hingabe

Es kommt immer wieder vor, dass wir aufgefordert werden uns mehr zu investieren. Es wird mehr Verbindlichkeit verlangt. Es wird an unsere Hingabe appelliert. Und in der Tat, ich glaube, dass noch viel Verbindlichkeit und Hingabe in uns Menschen vorhanden ist. Sie wird jedoch nicht einfach hergegeben. Hingabe entsteht dort, wo Herzen für eine Sache entzündet werden.

Warum spricht genau diese Ebene an, unser Herz. Ich möchte nicht für irgendwelche Aufgaben gewonnen werden. Ich möchte für eine geniale Idee gewonnen werden. Eine Idee für die ich mich investieren möchte, weil ich spüre, dass ich dadurch etwas bedeutungsvolles tun kann.

Eines ist mir sehr klar. Niemand muss in unserer neuen Kirche irgendetwas tun. Aber sie können. Wenn sie von der gleichen Idee und Leidenschaft gepackt sind wie wir, werden sie sich auch mit der gleichen Hingabe für diese neuen Kirche einbringen, wie wir es tun.

3. Warum ist ein Filter.

Warum sagt warum wir existieren. Warum wir atmen. Wofür unser Herz schlägt. Warum sagt auch warum wir nicht hier sind. Wofür wir keinen Atemzug verschwenden werden. Damit legen wir unsere Karten offen auf den Tisch. Jeder darf wissen warum wir hier sind und kann für sich entscheiden ob unsere Leidenschaft auch seine Leidenschaft ist. Ob wir seine Kirche sind.

Frage: Welche große Leidenschaft treibt dich im Leben an?

Es gibt viel zu tun – setzen wir uns zuerst mal hin!

Vor vielen Jahren prägte Esso den Reklamesatz „Es gibt viel zu tun, packen wir’s an!“ Und das scheint auch richtig zu sein. Wenn es viel zu tun gibt, dann muss man anpacken und etwas tun.

Mich beeindruckt jemand der es vor vielen tausenden von Jahren trotzdem anders gemacht hat. Nehemia. Er hörte von den wirklich tragischen und schlimmen Zustände in seiner Heimat. Dennoch hat er nicht gleich mit angepackt. Er hat sich zuerst mal hingesetzt:

Als ich das hörte, setzte ich mich hin …
(Die Bibel, Nehemia 1,4; HfA)

Wenn es viel zu tun gibt, dann sollten wir nicht einfach irgendetwas tun. Am besten wir setzen uns zuerst einmal hin! Genau das tue ich in diesem Monat. Er ist für mich ein „Think & Pray“ Monat. D.h. ich nehme mir diese Zeit, um zu beten, nachzudenken und zu planen. Warum? Weil …

… ich nicht einfach beschäftigt sein will. Ich will etwas bewegen! Beschäftigt zu sein ist nicht das Problem. Hier predigen, dort predigen. Bei diesem Treffen dabei sein und noch hier und dort mithelfen. Es gibt einfach viel zu tun.

Ich will aber nicht einfach viel tun. Ich will etwas bewegen. Etwas, dass bedeutungsvoll ist für Menschen hier und jetzt und auch in alle Ewigkeit. Um das zu erreichen muss ich sehr fokussiert arbeiten. Der Grund warum wir oft nicht effektiv sind, liegt nicht darin, dass wir zu wenig tun. Vielmehr liegt er darin, dass wir zu viel tun!

… Gott auch einen Plan hat! Gerade habe ich in der Bibel gelesen, dass Gott, lange bevor die Welt erschaffen wurde, an uns gedacht hat. Er hatte damals schon genaue Vorstellungen was er mit und für uns vorhat.

Gott wollte nicht irgendetwas tun. Er wollte etwas bestimmtes, bedeutungsvolles erreichen. Deshalb hat er einen Plan erstellt, einen Heilsplan für die Menschheit. Gott hat einen Plan für unser Leben. Leider haben so viele Christen keinen Plan von diesem Plan!

… ich nicht im Bereich des Menschen möglichen mich aufhalten will! Anhand von Erfahrungen und Kompetenzen könnte ich mir Ziele setzen die im Bereich des Möglichen liegen. Damit könnte ich auch schon was erreichen. Aber, wenn es unseren Gott wirklich gibt, dann will ich sicher stellen, dass meine Ziele eben nicht in diesem Bereich liegen.

Ich möchte mir Ziele setzen, die weit über meine Möglichkeiten und Kompetenzen liegen. Ich möchte Gott herausfordern sich zu zeigen. Ich plane nicht einen netten Beitrag zu leisten. Ich plane einen himmelweiten Unterschied zu machen. Ich möchte mich auf einen Plan einlassen, der mich ständig in die völlige Abhängigkeit von Gott treibt.

Erleben wir eventuell so wenig von Gottes Größe, weil unsere Pläne und Vorhaben sie gar nicht erforderlich machen?

Frage: Wann setzt du dich mal hin? Wie nimmst du dir Zeit zum Nachdenken, Beten und Planen? Schreib doch einen kurzen Kommentar. Von deinen Erfahrungen werden andere profitieren!