Gott denkt Gemeinde!

Gründe für Gemeindegründung Teil II

Gott denkt Gemeinde. Auf diesen Gedanken bin ich heute durch meine persönliche Bibellese gekommen. Folgendes las ich:

Wenn alles nur ein einzelner Teil wäre, wo bliebe da der Leib?
(Die Bibel, GNB Übersetzung, 1. Korinther 12,19).

Ich habe diese Stelle in der englischen „The Message“ Übersetzung gelesen. Dort steht es so:

For no matter how significant you are, it is only because of what you are a part of.

Das heißt so viel wie „egal wie bedeutungsvoll du bist, du bist es deshalb, weil du Teil von etwas bist.“ Das hat mich fasziniert. Das heißt mein Leben gewinnt an Bedeutung, wenn ich Teil von Gottes Kirche bin, genau wie ein Körperteil an Bedeutung gewinnt, weil er Teil vom ganzen Körper ist. Gemeinde macht mein Leben bedeutungsvoll für Gottes gute Absichten in unsere Welt! Oder ganz provokativ gesagt: Ohne Gemeinde bin ich ohne Bedeutung für diese Welt, genauso wie ein Körperteil ohne den Körper an sich Bedeutungslos ist.

Stell dir vor, du gehst durch den Park und findest im Park nur eine Hand oder nur einen Fuß. Wir würden wahrscheinlich erschrecken und denken: „Hier ist etwas Schreckliches passiert.“ Wenn ich aber eine Hand oder einen Fuß an einem ganzen Körper sehe, dann ist das normal und sogar ein schöner Anblick.

Genauso sieht Gott seine Leute. Wenn sie alleine unterwegs sind, ist es für ihn eher eine Horror-Vorstellung. Zusammen bilden sie aber einen wunderbaren Körper, der ihn auf dieser Erde gut vertritt.

Folgendes leite ich von dieser Aussage der Bibel für mich für Gemeindegründung ab:

Gott denkt Gemeinde: Um bei dem Bild zu bleiben, Gott sendet nicht einfach ein paar Körperteile zu den Menschen er sendet den ganzen Körper! Es ist nicht deine Aufgabe die Welt alleine zu Gott zurück zu führen. Es ist die Aufgabe der ganzen Gemeinde.

Gott denkt Gemeinde: Wir können denken, dass es darum geht einfach mehr einzelne Christen in unserem Land zu haben. Gott denkt anders. Gott denkt Gemeinde. Er will nicht nur mehr einzelne Christen, er will mehr Kirche! Stellt euch vor, wir würden immer nur daran denken mehr Kinder zu haben, aber nie daran, mehr Familien zu haben? Mehr Kinder heißt mehr Familien. Mehr Christen heißt mehr Familien Gottes, mehr Gemeinden.

Gott denkt Gemeinde: Wenn an irgend einem Ort eine Person zu Gott zurück findet, dann muss es mehr solche Menschen an diesem Ort geben. Warum? Weil Gott Gemeinde denkt. Dort wo ich einen Körperteil sehe, dort kann ich davon ausgehen, dass auch der Rest des Körpers sich in der Nähe befindet. Unser Ziel sollte nie sein, dass nur einer an einem Ort oder in einem Stadtteil zu Christus findet. Es sollte immer darum gehen, dass eine Gemeinde zu Gott findet.

Ich glaube um Gemeindegründung richtig zu verstehen, müssen wir immer wieder unser Denken an Gottes Denken anpassen – es geht um den ganzen Körper, nicht nur um einzelne Teile davon. Gott denkt Gemeinde!

Frage: In wie weit hast du Gemeinde als hilfreich in deiner Suche nach Gott erlebt?

Die Ortsgemeinde ist die beste Evangelisation

Gründe für Gemeindegründung Teil I

Die Ortsgemeinde, nicht Gemeindegründung, ist die beste Evangelisation! Dies brachte mir ein Mann bei, der sehr Zielorientiert seine Nation mit neuen Gemeinden übersät.

Daniel Lichti aus Frankreich lernte ich vor ein paar Monaten kennen. Wir hatten ihn zur Konsultation für Gemeindegründung in Deutschland nach Frankfurt eingeladen. Dort stellte er uns vor was zurzeit in Frankreich geschieht. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass in Frankreich kirchlich groß was geht. Ich wurde eines besseren belehrt!

In aller Kürze: 1950 gab es in Frankreich, in allen evangelikalen Kirchen zusammen genommen, 50.000 regelmäßige Gottesdienstbesucher. 2012 waren es sage und schreibe 460.000 regelmäßige Gottesdienstbesucher. Das sind über das 9-Fache!

Wie kam es dazu? Die evangelikalen Kirchen in Frankreich haben sich miteinander verbündet um ein bestimmtes Ziel zu erreichen: 1 für 10.000. Das heißt eine Gemeinde pro 10.000 Einwohner. Für dieses Projekt haben sie fünf Thesen aufgestellt. Die erste These davon lautet: Die Ortsgemeinde ist die beste Evangelisation

C. P. Wagner hat vor vielen Jahren sein Buch „Gemeindegründung – Die Zukunft der Kirche“ mit der kategorischen Aussage begonnen:

„Die für sich genommen effektivste Evangelisationsmethode, die es gibt, ist die Gründung neuer Gemeinden.“

Da steckt sicherlich viel Gutes in diesem Satz drin. Dennoch gefällt mir die erste These der Franzosen besser. Es geht eben nicht um eine Methode. Es geht um Gemeinde an sich. Sie ist selbst ist die gute Nachricht für ihr Umfeld.

Daniel Lichti erklärte in seinem Vortrag die erste These so:

„Das Evangelium wird an einem Ort sichtbar und greifbar wenn wiedergeborene Christen als Leib Christi in Gemeinschaft leben und wirken.“

Und meistens brauchen wir nicht nur eine Kirchengemeinde vor Ort. Ich habe lange an einem Ort mit unter 7.500 Einwohnern gelebt. Wir hatten dort vier aktive christliche Kirchen. Und stell dir vor, es gab noch genügend Menschen an diesem Ort die immer noch nichts mit unserem guten Gott anzufangen wussten! Wenn wir in so einem kleinen Ort bereits vier Kirchengemeinden hatten, wie viele benötigen wir dann in großen Städten? Wie wäre es mit mindestens eine Gemeinde für jeden Stadtteil?

Ich glaube, dass wir erst den richtigen Zugang zur Gründung neuer Ortsgemeinden finden, wenn wir den wahren Wert der Gemeinde an sich begreifen. Wenn wir Gottes gute Absichten mit seiner Kirche verstanden haben, dann werden wir ernsthaft daran interessiert sein, dass jeder Mensch einen echten und bedeutungsvollen Zugang zu einer Gemeinde in seiner unmittelbaren Nähe findet.

Das heißt, wenn wir den echten Wert von Gottes Kirche begriffen haben, dann sollten wir mehr Angst vor zu wenigen als vor zu vielen Gemeinden haben!

Denkst du wir haben zu viele oder zu wenige Gemeinden? Warum?

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