Der markante Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland

Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gleichen sich in den meisten Bereichen immer mehr aus. Es gibt jedoch einen Bereich, in dem es noch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland gibt: Der Bereich des Glaubens!

Anhand der Studie „Beliefs about God across Time and Countries” der University of Chicago, habe ich mich in letzter Zeit mit dem Glauben in Ostdeutschland beschäftigt.

Oberflächlich betrachtet schien für mich der Unterschied zwischen West und Ost nicht mehr allzu groß zu sein. Die Menschen im Osten machen an den gleichen Orten Urlaub, fahren die gleichen Autos, schauen die gleichen Filme an und kaufen in den gleichen Supermärkten zu den gleichen Preisen ein, wie die Menschen in Westdeutschland. Aber es gibt noch Unterschiede, wie zum Beispiel im Lohnniveau. Thüringen steht jedoch in Bezug auf die Arbeitslosenquote im Mittelfeld, und zwar im gesamtdeutschen Vergleich.

Wenn es nun um den Glauben an Gott geht, gibt es jedoch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Kaum ein Ostdeutscher glaubt an Gott.

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland haben mir nochmals deutlich gemacht, dass Mission und Gemeindebau in Ostdeutschland unter ganz anderen Voraussetzungen stattfinden.

Nirgends in der Welt glauben so wenige Menschen an Gott wie in Ostdeutschland

30 Länder waren Teil der Studie. Bei der Aussage „Ich glaube nicht an Gott und ich habe noch nie an Gott geglaubt“ führt Ostdeutschland die Tabelle an. 59,4% der Ostdeutschen stimmen dieser Aussage zu. In Westdeutschland sind es vergleichsweise nur 9,2%.

Es findet weiterhin ein Rückgang des Glaubens statt

Zwischen 1991- 2008 nahm die Zahl der Atheisten in Ostdeutschland um 3,4% zu. Hingegen nahm die Zahl der Atheisten in Russland um 11,7% ab. In Westdeutschland stieg die Zahl der Atheisten um 0,1%

Der Trend der areligiösität bleibt weiterhin in den nachkommenden Generationen bestehen

Auffällig sind die unter 28-Jährigen, also, die „Nach-Wende-Generation“. Da sagen 71,6% der Ostdeutschen, dass sie noch nie an die Existenz Gottes geglaubt haben. In der gleichen Altersgruppe in Westdeutschland sind es 15,3%.

Die Studie hat ergeben, dass nirgendwo auf der ganzen Welt so wenige Menschen an Gott glauben wie in Ostdeutschland. Wenn es um den geistlichen Zustand in unserem Land geht, dann gibt es einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland.

Der Erfurter Theologieprofessor Eberhard Tiefensee beschreibt dabei unsere missiologische Herausforderung:

„Wenn Ostdeutschland nun Missionsland ist, dann trifft christliche Verkündigung erstmalig nicht auf andere Religionen, sondern auf ein stabiles areligiöses Milieu.“  Dieses ‚Milieu‘, habe sich als hochresistent für Missionsbewegungen aller Art erwiesen. (Quelle)

Drei Dinge die für Mission in Ostdeutschland wichtig sind

Drei Dinge werden dadurch für mich für Mission in Ostdeutschland wichtig:

Wir brauchen einen langen Atem

Diese Zahlen und Fakten lösen keine Resignation in mir aus. Sie helfen mir, meine Situation besser einzuschätzen. Wir werden einen langen Atem brauchen, um kreative Wege zu entdecken, damit wir unseren Mitmenschen Raum und Hilfe für eine Gottesbeziehung anbieten können. Denn, wie Tiefensee betont, dürfen wir den „Abgrund zwischen der kirchlichen Verkündigung und den nichtchristlichen Adressaten nicht unterschätzen.“

Wir sprechen eine Einladung aus

Ich mag die Menschen hier. Es sind wunderbare Menschen, und ganz gleich, wo sie in Puncto Glauben stehen, bereichern sie mein Leben. Ich lebe gerne in Ostdeutschland. Deshalb sprechen wir ganz bewusst eine Einladung an die Menschen aus, ohne jedoch einnehmend oder aufdringlich zu sein.

Trotz unserer Schwäche stecken wir uns mutig große Ziele

Angesichts der großen Herausforderung dürfen wir uns mutig große Ziele stecken. Dabei verlieren wir unsere eigene Begrenzung nicht aus den Augen. Wir können keine geistliche Wende vollziehen. Wir können den geistlichen Status Quo nicht verändern. Aber Gott kann. Wenn unser Gott lebt und allmächtig ist, dann kann er unsere kleinen und oft schwachen Ansätze verwenden, um die geistliche Statistik in Ostdeutschland zu verändern, damit es eines Tages heißt #ostdeutschlandglaubt.

Bildnachweis: Mmaxmax | istock.com

 

 

 

Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen

Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen

Ich wurde gefragt: „Ist Gemeindegründung obligatorisch oder optional – eben nur für Gemeinden, die Gott besonders dafür beauftragt?“

Ich fragte zurück: „Warum gibt es eine Jugendarbeit in eurer Gemeinde?“ Unterschiedliche Antworten kamen, aber keiner sprach von einem spezifischen Auftrag Gottes dafür.

Gemeinden suchen nicht lange nach einer Begründung für eine Jugend- oder Lobpreisarbeit. Um eine neue Kirche zu starten, soll jedoch eine spezifische göttliche Beauftragung benötigt werden.

Hier sind drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen: Weiterlesen „Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen“

Neue Gemeinden reisen mit Leichtgepäck

Leichtgepäck - Waage

„Reise mit Leichtgepäck“, ist ein Prinzip für gesundes Gemeindewachstum. Konzentriere dich auf das Wenige, das wirklich wesentlich ist und tue es mit einer hohen Qualität.

Wer mit Leichtgepäck reist, konzentriert sich besser auf das Wesentliche

Etablierte Gemeinden haben oft ein sehr großes Angebot im Programm. Und das will alles koordiniert und organisiert werden. Die Fülle des Angebots ist nicht unbedingt ein Vorteil, wenn es darum geht, eine erlösungsbedürftige Welt zu erreichen. Die Fülle an internen Programmen stellt hohe Ansprüche an Ressourcen und Personal, so dass die Kraft und Energie, die übrig bleibt, für die Welt eher klein ausfällt. Das heißt, je länger eine Gemeinde besteht desto mehr Aufwand und Ressourcen werden benötigt, um sich selbst zu verwalten und sich selbst zu erhalten. Neue Gemeinden haben es leichter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Weiterlesen „Neue Gemeinden reisen mit Leichtgepäck“

Gott denkt Gemeinde!

Gründe für Gemeindegründung Teil II

Gott denkt Gemeinde. Auf diesen Gedanken bin ich heute durch meine persönliche Bibellese gekommen. Folgendes las ich:

Wenn alles nur ein einzelner Teil wäre, wo bliebe da der Leib?
(Die Bibel, GNB Übersetzung, 1. Korinther 12,19).

Ich habe diese Stelle in der englischen „The Message“ Übersetzung gelesen. Dort steht es so:

For no matter how significant you are, it is only because of what you are a part of.

Das heißt so viel wie „egal wie bedeutungsvoll du bist, du bist es deshalb, weil du Teil von etwas bist.“ Das hat mich fasziniert. Das heißt mein Leben gewinnt an Bedeutung, wenn ich Teil von Gottes Kirche bin, genau wie ein Körperteil an Bedeutung gewinnt, weil er Teil vom ganzen Körper ist. Gemeinde macht mein Leben bedeutungsvoll für Gottes gute Absichten in unsere Welt! Oder ganz provokativ gesagt: Ohne Gemeinde bin ich ohne Bedeutung für diese Welt, genauso wie ein Körperteil ohne den Körper an sich Bedeutungslos ist.

Stell dir vor, du gehst durch den Park und findest im Park nur eine Hand oder nur einen Fuß. Wir würden wahrscheinlich erschrecken und denken: „Hier ist etwas Schreckliches passiert.“ Wenn ich aber eine Hand oder einen Fuß an einem ganzen Körper sehe, dann ist das normal und sogar ein schöner Anblick.

Genauso sieht Gott seine Leute. Wenn sie alleine unterwegs sind, ist es für ihn eher eine Horror-Vorstellung. Zusammen bilden sie aber einen wunderbaren Körper, der ihn auf dieser Erde gut vertritt.

Folgendes leite ich von dieser Aussage der Bibel für mich für Gemeindegründung ab:

Gott denkt Gemeinde: Um bei dem Bild zu bleiben, Gott sendet nicht einfach ein paar Körperteile zu den Menschen er sendet den ganzen Körper! Es ist nicht deine Aufgabe die Welt alleine zu Gott zurück zu führen. Es ist die Aufgabe der ganzen Gemeinde.

Gott denkt Gemeinde: Wir können denken, dass es darum geht einfach mehr einzelne Christen in unserem Land zu haben. Gott denkt anders. Gott denkt Gemeinde. Er will nicht nur mehr einzelne Christen, er will mehr Kirche! Stellt euch vor, wir würden immer nur daran denken mehr Kinder zu haben, aber nie daran, mehr Familien zu haben? Mehr Kinder heißt mehr Familien. Mehr Christen heißt mehr Familien Gottes, mehr Gemeinden.

Gott denkt Gemeinde: Wenn an irgend einem Ort eine Person zu Gott zurück findet, dann muss es mehr solche Menschen an diesem Ort geben. Warum? Weil Gott Gemeinde denkt. Dort wo ich einen Körperteil sehe, dort kann ich davon ausgehen, dass auch der Rest des Körpers sich in der Nähe befindet. Unser Ziel sollte nie sein, dass nur einer an einem Ort oder in einem Stadtteil zu Christus findet. Es sollte immer darum gehen, dass eine Gemeinde zu Gott findet.

Ich glaube um Gemeindegründung richtig zu verstehen, müssen wir immer wieder unser Denken an Gottes Denken anpassen – es geht um den ganzen Körper, nicht nur um einzelne Teile davon. Gott denkt Gemeinde!

Frage: In wie weit hast du Gemeinde als hilfreich in deiner Suche nach Gott erlebt?