Warum ich mir jede Woche eine Auszeit gönne!

Ich musste lernen mir regelmäßig eine Auszeit zu gönnen. Ohne so einen Tag fühlte ich mich wichtig. Einen ganzen Tag frei zu machen war etwas für Menschen, die nicht ganz auf meiner Ebene unterwegs waren.

Auf einer Postkarte las ich folgenden Spruch des Kirchenlehrers Johannes Chrysostomus:

Gott hat die Kirchen wie Häfen im Meer angelegt, damit ihr euch aus dem Wirbel irdischer Sorgen dahin retten und Ruhe und Stille finden sollt.

Ich muss umdenken. Ich werde Gott und Menschen nicht groß beeindrucken, weil ich pausenlos beschäftigt bin. Ruhe, Frieden, Freude, Hoffnung, damit kann man in unserer gestressten und getriebenen Welt punkten.

Wenn wir uns eine wöchentliche Auszeit gönnen, dann sind wir auf einem guten Weg wieder Mehr Leben zu entdecken. Mehr Kirche kann es nur geben, wenn in diesen Kirchen auch Mehr Leben herrscht! Drei Entdeckungen der letzten Tage, haben mich wieder ermutigt einen wöchentlichen Ruhetag ernst zu nehmen:

  • Heilig: Ganz am Anfang der Bibel entdecken wir den ersten Ruhetag, den Gott sich gegönnt hat. Diesen Ruhetag hat Gott sogar geheiligt. Das ist ein starkes Wort. Heilig ist das Wort, das wir verwenden um am besten Gott in seiner Gesamtheit zu beschreiben. Gott ist heilig. Das heißt Gott ist was ganz besonderes. Gott ist nicht wie alles andere. Soviel ich weiß hat Gott nicht die sechs Tage Arbeit geheiligt, aber er hat den Sabbat, den Ruhetag geheiligt!
  • Freiheit: An ein paar der Zehn Gebote können wir uns vielleicht erinnern. Sehr interessant finde ich warum Gott uns die zehn Gebote gegeben hat:

Ich bin der Herr, dein Gott! Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt, ich habe dich aus der Sklaverei befreit. (2. Mose 20,2 | GNB)

Gott will unsere Freiheit. Gott hatte eine ganze Nation aus der Sklaverei geführt und wollte verhindern, dass sie sich wieder versklaven lassen. Um diese Freiheit zu bewahren war es wichtig auf Unehrlichkeit, Diebstahl, Untreue usw. zu verzichten. Genauso wichtig war es aber auch auf die Einhaltung eines Ruhetages in der Woche zu achten. Anders-Petter Sjödin formuliert es so:

Die „zehn Worte“, die Gott seinem Volk gab, werden mit einem Evangelium, einer frohen Botschaft, eingeleitet. Gott hat sein Volk befreit, geheilt und erlöst, und damit sie nicht wieder versklavt würden, sprach Gott diese zehn Worte zur Aufrechterhaltung eines guten Lebens. Eines dieser „Worte“ vom Berg Sinai war das Wort der Ruhe. (Anders-Petter Sjödin, Verwandelt in Gottes Nähe, Seite 238)

  • Gott: Meine wöchentliche Auszeit erinnert mich immer wieder daran um was es geht. Es geht um Gott. Es geht um den, der mich geschaffen hat. Es geht um den, der mich für die Ewigkeit befreit hat. Es geht darum diesen genialen Gott zu vertrauen. Wie könnte ich mein Vertrauen mehr zum Ausdruck bringen, als dadurch, dass ich einfach mal stillhalte und genieße – das Leben genieße, Gott genieße!

Was hindert dich immer wieder daran, dir eine Auszeit zu gönnen?

4 Bibelstellen die mein Denken geformt haben

Bibelstellen haben über die Jahre mein Denken geformt. Hier sind 4 davon.

Denkt nicht an das Frühere, und auf das Vergangene achtet nicht! Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? (Jesaja 43,18+19a | ELB)

Ich kenne keine Einrichtung die so sehr daran interessiert ist alles beim Alten zu belassen wie die Kirche. Kein Wunder, dass Gott selbst unmissverständlich dazu auffordert die Vergangenheit loszulassen. Nicht weil sie schlecht war. Gott ist aber dabei Neues hervorzubringen! Das Neue, das er wirkt, braucht unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Es ist klein und unscheinbar und Gott bleibt nicht beim Alten stehen. In Zukunft vollbringt er seine gute Absichten durch das Neue, das er wirkt. Wir verpassen so viel, wenn wir beim Alten stehen bleiben!

Sei fröhlich, du Unfruchtbare, auch wenn du nie ein Kind geboren hast! Juble und singe, du Kinderlose! Denn du, die du allein bist, wirst mehr Kinder haben als eine Frau, die einen Mann hat. Vergrößere dein Zelt! Spann die Zeltdecken weiter aus! Spare nicht! Verlängere die Seile, und schlag die Pflöcke fest ein! Denn du wirst dich nach allen Seiten hin ausbreiten. (Jesaja 54,1-3 | HfA)

Bevor Gott Wunder vollbringt sind wir Menschen aufgefordert Glaubenshandlungen zu vollbringen. Zuerst Jubeln und dann verändert Gott ungute Zustände. Zuerst mehr Raum schaffen und dann erleben wie Gott mehr gibt. Das sind ganz praktische Anweisungen. Wie oft höre ich, dass Gemeinden dann eine neue Gemeinde starten werden, wenn alle Plätze belegt sind. Oder wie oft sind wir bereit zu geben, wenn wir Überfluss haben? Zuerst kommen die Glaubenshandlungen dann schenkt Gott seiner Kirche Wachstum.

Josua ermahnte sie: „Wie lange wollt ihr noch so träge sein? Wann endlich werdet ihr das Land in Besitz nehmen, das euch der Herr, der Gott eurer Väter, gegeben hat? (Josua 18,3 | HfA)

Die Nation Israel hatte schon einiges geschafft. Nach vielen Jahren war sie angesehen und hatte einiges vorzuweisen. Es gab nur einen Störenfried, Josua. Ein unzufriedener Leiter! Er verstand, dass Gott mehr mit seinem Volk vor hatte. Unser Problem liegt oft darin, dass wir schneller zufrieden sind wie Gott selbst. Trägheit entsteht, wenn wir uns, in dem was wir erreicht haben, zu Ruhe setzen. Die Aufgabe von Leitern besteht darin Gottes Volk immer wieder aus ihrer Trägheit wachzurütteln!

Und der HERR sprach zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: Erheb doch deine Augen, und schaue von dem Ort, wo du bist, nach Norden und nach Süden, nach Osten und nach Westen! Denn das ganze Land, das du siehst, dir will ich es geben und deinen Nachkommen für ewig. (1. Mose 13,14-15 | ELB)

Gottes Botschaft an Abram lautete, das Land, das du siehst, dir will ich es geben. Entscheidend war was Abram sah! Anstatt kurzsichtig auf unsere Enttäuschungen zu blicken oder kleinkariert auf unsere Begrenztheit zu schauen, erheben wir doch unsere Augen und schauen in die Weite. Gott hat mehr für dich und deine Mitmenschen!

Frage: Welche Bibelstelle hat dein Denken geformt?

Entmutigung überwinden!

Entmutigung begegnet uns in einer Vielfalt von Formen. Niederlagen entmutigen uns. Menschen, die ständig an uns und unsere Idee zweifeln, tun es auch. Zufriedenheit mit dem was ist, ist ein starker Verbündeter von Entmutigung. Selbstzweifel ebenso.

Hier sind drei weitere Dinge die ich tue um Entmutigung zu überwinden:

Mich mit Menschen vernetzen die, die gleich Luft atmen wie ich: Ich weiß, dass es mehr im Leben gibt als neue Gemeinden zu gründen. Dennoch fühle ich Energie in mir aufsteigen, wenn ich mit visionären Gemeindegründern zusammen bin. Diese Menschen atmen die gleiche Luft wie ich.

Diese Menschen geben mir Schub. Nachdem ich Zeit mit ihnen verbracht habe, glaube ich wieder stärker an meine Vision. Ich muss nicht über Dinge lange diskutieren, die für mich keine Frage mehr sind. Wir sind sofort auf einer Wellenlinie und wir spornen einander an.

Meine wichtigste E-Mail gestern war eine Anfrage an einen starken, katalytischen Leiter im Bereich Gemeindegründung. Ich habe ihn einfach gefragt ob ich ein paar Stunden Zeit mit ihm verbringen könnte. Ich hoffe er sagt zu!

Darauf achten, dass ich oft dabei bin zu tun was mir liegt: Ich begegne ab und zu das Denken: „Es geht nicht darum, was wir gerne tun, sondern darum was gemacht werden muss.“ Diese Haltung übersieht einen wesentlichen Faktor: Meine Mitmenschen protfitieren am meisten von mir, wenn ich die Dinge tue, die ich gut kann und gerne tue.

Aber nicht nur deine Mitmenschen profitieren so mehr von dir. Du selbst profitierst davon. Die Arbeit in deinen Stärken gibt dir Energie. Je weniger eine Sache zu deinen Stärken gehört, desto mehr saugt sie deine Kraft aus. Als Faustregel, versuch 80% in dem zu leben was dich lebendig macht. 20% hebst du auf für die Dinge, die wirklich einfach nur gemacht werden müssen.

Stille Zeit mit Gott: Regelmäßig Zeit mit Gott zu verbringen hat immer eine gute Auswirkung auf mich.

In dieser Zeit lese ich meine Bibel. Ich versuche ca. drei bis vier Kapitel der Bibel pro Tag zu lesen. Damit kann man in einem Jahr die ganze Bibel durchlesen.

In dieser Zeit bete ich. Ich nehme mir Zeit um mit Gott über mein persönliches und familiäres Leben zu reden. Ebenso nehme ich mir Zeit um für meine Arbeit, Vision und Freunde und Kollegen zu beten. Dabei gehe ich gerne spazieren.

Der Clou bei dem ganzen ist, dass ich versuche mich in diesen Übungen zu disziplinieren. Es passiert nicht von alleine. Ich muss mir diese Zeit einplanen.

Das waren insgesamt sechs Dinge, die ich tue um Entmutigung zu überwinden. Wenn wir nicht proaktiv Ermutigung suchen, stehen wir in der sehr reellen Gefahr entmutig zu werden. Lass es nicht zu!

Frage: Was tust du proaktiv um Entmutigung zu überwinden?

Mit Widerstand fertig werden!

Nichts wird einfach besser. Auf dem Weg in eine bessere Zukunft oder zu einem besseren Selbst, müssen wir immer mit Widerstand fertig werden!

„Wir können Widerstand niemals ausmerzen. Er wird nie fortgehen. Aber wir können ihn überlisten und wir können Verbündete anwerben, die genau so mächtig sind wie er es ist.“ (Steven Pressfield, Do The Work, S. 34, meine Übersetzung)

Die, die den besseren Zustand erreichen, sind solche, die den Widerstand überwunden haben, weil sie sich nicht entmutigen ließen. Ich tue bestimmte Dinge um ermutigt zu bleiben. Diese und nächste Woche stelle ich jeweils drei meiner persönlichen Ermutiger vor:

Bücher lesen: Bücher sind eine endlose Quelle der Ermutigung. Wer sich auf ein kühnes Wagnis einlassen will sollte unbedingt Steven Pressfields Buch „Do The Work!“ lesen. Dieses Buch hilft den inneren Widerstand zu überwinden. Wer zu lange über seine kreativen Ideen grübelt bekommt einen heilvollen Tritt an der richtigen Stelle – bei mir hat’s funktioniert!

In diesem Monat habe ich zwei Bücher gelesen. Eine Sache haben beide Autoren betont – du kannst es, du schaffst es! Ich habe diese Worte absorbiert. Es war fast so, als würden diese Personen mir persönlich gegenüber sitzen und mir versichern, dass sie an mich glauben.

Wer neue Wege geht, mutige Schritte wagt, der kann sich oft sehr einsam fühlen – wenn er keine Bücher liest. Durch Bücher umgebe ich mich mit Menschen, die ähnliche Wege gegangen sind. Ich umgebe mich mit Männern und Frauen, die mehr gewagt haben als ich. Diese Helden sind meine Ermutiger. Sie feuern mich an!

In die Pedale treten: Zurzeit entdecke ich den Gera-Radweg. Er verläuft durch Arnstadt und führt mich am Ufer der Gera bis in den Thüringer Wald hinein (so weit bin ich jedoch noch nicht gekommen). Auf meist geteerte Fahrradwegen fahre ich durch eine wunderschöne Gegend. Abwechselnd befinde ich mich in die Weite einer Felderlandschaft und dann wieder in der Idylle kleiner Ortschaften. Immer wieder laden Bänke ein, an- und innezuhalten und die bisherige Leistung mit einem Schluck aus der Fahrradflasche zu feiern.

Ich spüre die körperliche Anstrengung. Sie löst ein gutes Gefühl in mir aus. Ich beende die Radtour, körperlich erschöpft und seelisch glücklich!

Mir einen Augenblick der Melancholie genehmigen: Dieser Punkt mag irritieren. Ich habe jedoch gemerkt wie wichtig es für mich war zu trauern und meine Seele auch mal stöhnen zu lassen.

Schmerzliche Erfahrungen und enttäuschende Erlebnissen hinterlassen ihre Spuren. So zu tun, als würden sie uns gar nichts ausmachen, ist nicht hilfreich und schon gar nicht klug. Genauso wie mein Körper sich nach einer anstrengenden Radtour erholen muss, genau so braucht meine Seele Zeit, um sich von kräftezerrenden Geschehnissen zu erholen.

Augenblicke der Melancholie helfen mir resilient zu bleiben, wenn Widerstand mir ins Gesicht bläst. Augenblicke der Melancholie lassen mich das Gegentor wegstecken, um mich erneut auf den eigenen nächsten Treffer konzentrieren zu können.

Frage: Wie heißen deine Ermutiger?

Mein Ziel war zu klein – warum wir große Ziele brauchen!

Bevor ich nach Thüringen kam, dachte ich daran fünf neue Gemeinden parallel zu starten. Inzwischen merke ich, mein Ziel war zu klein. Ich benötigte ein größeres Ziel!

Fünf neue Gemeinden würden alles toppen was ich bisher erlebt und bewegt habe! Dennoch, wenn wir wirklich eine positive Bewegung von Kirchengemeinden in Thüringen erleben wollen. Eine Bewegung, die einen starken und heilvollen Einfluss auf das Leben in unserem Bundesland ausübt. Wenn wir das erleben wollen, dann müssen wir höher ansetzen. Dabei merke ich, wie dieses größere Ziel etwas mit mir macht.

Erneutes Denken – Ein großes Ziel schärft mein Tun! Ein großes Ziel lehrt mich ganz anders über meine Aufgabe und meine Rolle in dieser Aufgabe zu denken. Ich kam hierher um etwas zu tun. Jetzt ändert sich mein Denken. Es geht nicht darum was ich tun kann, sondern vielmehr darum, was ich auslösen kann! Denn, nur eine Bewegung von progressiven Gemeinden wird eine wirklich gute Veränderung zustande bringen. Eine Bewegung kann ich aber nicht machen, höchstens auslösen!

Engagiertes Handeln: Große Ziel fördern Engagement! Vor ein paar Wochen lernte ich einen jungen Mann kennen. Ich fand heraus, dass er vorhatte ein theologisches Vollzeitstudium anzufangen. Nachdem ich mehr über ihn erfahren habe, gab ich ihm eine steile Herausforderung. Ich bot ihm an mich mit der Gemeindegründung im Ilm-Kreis zu unterstützen. D.h. im Klartext, storniere dein Vollzeitstudium und komm zu mir nach Arnstadt. Ein paar Tage später schrieb er mir, dass er kommt und mit ihm seine Verlobte, die er in diesem Jahr noch heiraten wird. (Bei mir absolviert er ein Dualesstudium)

Wow, was bewegt ein junges Paar ihre ganze Planung umzuschmeißen und sich auf ein unsicheres Wagnis einzulassen? Ein großes Ziel!

Leidenschaftlich leben: Große Ziel sind ansteckend! Letzte Woche traf ich mich mit einem Ehepaar. Die haben bereits einige Gemeinden gegründet. Während ich zuhörte, wusste ich, dass ich richtig gute Leute vor mir habe. Ich wusste auch, dass diese Leute nicht durch halbherziges, kleinkariertes, vorsichtiges Denken angesprochen werden. Also habe ich ein Stoßgebet in den Himmel geschickt und dann mutig meine „größenwahnsinnige“ Gedanken und Vorstellungen der Zukunft mitgeteilt. Er schrieb mir daraufhin eine E-Mail. Darin stand folgendes:

„Lieber James,

Wir sind tief beeindruckt von der Begegnung mit dir und deiner Vision für unser Land. Von mir aus kann ich sagen, dass ich regelrecht begeistert bin aktiver Teil dessen zu sein, was Gott in den nächsten Jahren in punkto Gemeindegründung und Entwicklung einer neuen Leiter Generation in Deutschland und Europa tun wird. Sehr gerne würde ich mich hier einbringen wollen mit allen Ressourcen und aller Kraft, die mir zur Verfügung stehen.“

Wow, die Größe deines Ziels entscheidet darüber ob andere davon angesteckt werden oder nicht.

Frage: Welches Ziel hast du im Leben? Was denkst du, wie würde dein Leben sich verändern, wenn du dieses Ziel vergrößerst?

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