Leidenschaft tanken

Eigentlich habe ich im September zu viele Termine. Deshalb fehlte mir die Begeisterung in den Flieger zu steigen, um in Norwegen am zweiten Teil des M4 Trainings für Gemeindegründer teilzunehmen. Aber ich bin froh, dass ich es getan habe. In dieser Zeit konnte ich wieder Leidenschaft tanken.

M4 ist ein zweijähriges Trainingsprogramm für Gemeindegründer und ihre Teams. Entwickelt wurde es in Norwegen. Es kommt aus der Praxis, konzentriert sich auf die Grundprinzipien für eine gesunde Gemeindegründung und breitet sich stark in Europa aus. Weiterlesen „Leidenschaft tanken“

Auf offener Straße

Eine meiner größten Herausforderungen: Öffentlich, auf offener Straße, mit Menschen über meinen Glauben an Gott sprechen. Gleichzeitig ist mir klar, dass wenn wir eine neue Gemeinde starten, wir es vor allem für Menschen tun die Nichtchristen sind. Also müssen wir irgendwie mit ihnen ins Gespräch kommen.

Gerade habe ich 14 Tage hauptsächlich auf offener Straße verbracht. Ich habe dort mit Menschen über meinen Glauben an Jesus gesprochen und meine erste Predigt und Gottesdienst in Arnstadt gehalten. Nicht in einer Kirche. In einem Biergarten. Diese Zeit war herausfordernd, aufregend und einfach nur genial. Was habe ich mitgenommen aus dieser Erfahrung? Weiterlesen „Auf offener Straße“

Wie fängt man richtig an?

Ich bin gefragt worden, wie fängt man eine neue Kirchengemeinde an? Und wisst ihr, das ist eine sehr gute Frage! Überhaupt wie fängt man richtig an?

Ich starte eine neue Kirchengemeinde. Für mich ist dieser Anfang nicht ganz ohne innere Spannung. Immer wieder spüre ich den Druck, dass ich jetzt mehr von diesem und mehr von jenem tun sollte. Lade ich als erstes zu einem Gottesdienst ein? Gestalte ich zuerst einen ansprechenden Flyer, gründe eine neue Facebookgruppe und gehe mit einer Website online? Begebe ich mich auf die Straße um Menschen anzusprechen? Oder sollte ich zuerst einfach nur beten?

Der Titel von Simon Sineks Buch bringt es auf den Punkt, wenn es darum geht richtig anzufangen: „Start with Why“ (Frag immer erst: warum)

Die erste Frage wenn wir etwas anfangen wollen ist warum. Für mich heißt die Frage, warum starten wir eine neue Kirchengemeinde? Die Versuchung ist sehr groß mit dem „Was“ zu beginnen, weil wir dann etwas konkretes in der Hand haben. Einen Gottesdienst. Eine Website. Ein Event. Ich ermutige uns aber die Spannung auszuhalten und doch mit dem Warum anzufangen. Verschiedene Gründe sprechen für mich dafür:

1. Warum spricht meine Leidenschaft an

Leidenschaft, innere Motivation, Antrieb, all das ist enorm wichtig, wenn wir in unsere Welt wirklich etwas bewegen wollen. Ohne Leidenschaft können wir nichts bewegen. Simon Sinek hat recht, wenn er sagt, dass Martin Luther King nicht gesagt hat, „ich habe einen Plan“. Vielmehr sagte er „ich habe einen Traum“. Wenn ich keine Leidenschaft in mir spüre, muss ich enorm viel Energie aufbringen um irgendetwas zu tun. Ich stelle bei mir fest, dass Leidenschaft stärker ist als Pflichtbewusstsein.

2. Warum gewinnt Herzen und somit auch Hingabe

Es kommt immer wieder vor, dass wir aufgefordert werden uns mehr zu investieren. Es wird mehr Verbindlichkeit verlangt. Es wird an unsere Hingabe appelliert. Und in der Tat, ich glaube, dass noch viel Verbindlichkeit und Hingabe in uns Menschen vorhanden ist. Sie wird jedoch nicht einfach hergegeben. Hingabe entsteht dort, wo Herzen für eine Sache entzündet werden.

Warum spricht genau diese Ebene an, unser Herz. Ich möchte nicht für irgendwelche Aufgaben gewonnen werden. Ich möchte für eine geniale Idee gewonnen werden. Eine Idee für die ich mich investieren möchte, weil ich spüre, dass ich dadurch etwas bedeutungsvolles tun kann.

Eines ist mir sehr klar. Niemand muss in unserer neuen Kirche irgendetwas tun. Aber sie können. Wenn sie von der gleichen Idee und Leidenschaft gepackt sind wie wir, werden sie sich auch mit der gleichen Hingabe für diese neuen Kirche einbringen, wie wir es tun.

3. Warum ist ein Filter.

Warum sagt warum wir existieren. Warum wir atmen. Wofür unser Herz schlägt. Warum sagt auch warum wir nicht hier sind. Wofür wir keinen Atemzug verschwenden werden. Damit legen wir unsere Karten offen auf den Tisch. Jeder darf wissen warum wir hier sind und kann für sich entscheiden ob unsere Leidenschaft auch seine Leidenschaft ist. Ob wir seine Kirche sind.

Frage: Welche große Leidenschaft treibt dich im Leben an?

Eine gute Vorbereitung für eine erfolgreiche Gemeindegründung

Ich habe im Rahmen einer Beratung für eine Gemeindegründung ein Vergleich von Jesus verwendet. Darin entdecken wir wertvolle Tipps für eine gute Vorbereitung für eine erfolgreiche Gemeindegründung.

Jesus benutzte noch ein anderes Beispiel: »Das Himmelreich ist wie ein Senfkorn, das auf ein Feld gesät wird. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern, aber es wächst zur größten Pflanze heran und wird so groß wie ein Baum, sodass die Vögel in seinen Ästen Schutz finden.« [Matthäus 13,31-32 |NLB]

Ein Beispiel

Wenn wir neue Gemeinden pflanzen, dann müssen wir auf die Prinzipien von Gottes Himmelreich achten. Kurz gesagt lautet Gottes Regel, klein kommt vor groß! Gott fängt klein an! Vielleicht scheitern neue Gemeinden gerade deshalb, weil sie versuchen groß vor klein zu stellen. Sie versuchen groß zu starten. Wir müssen im Kleinen beginnen.

Das Senfkorn

Das Senfkorn ist sehr klein. Aber dieses kleine Samenkorn enthält alles was notwendig ist, damit eine große Pflanze daraus wird. Das Potential zur Größe steckt im Kleinen!

Das Senfkorn bestimmt was für eine Pflanze wächst. Bevor eine neue Gemeinde groß Auftritt, muss sie im Kleinen festlegen was sie für eine Gemeinde sein wird. Wir können hier von der DNA der neuen Kirchengemeinde sprechen:

  • Was ist die Vision der neuen Gemeinde?
  • Welche Werte treiben die neue Gemeinde an?
  • Welche Form wird die neue Gemeinde annehmen? Es gibt verschiedene Gemeindemodelle. Kein Modell kann von sich behaupten das allgemein beste Modell zu sein. Wichtig ist aber, dass wir wissen welches Modell unsere neue Gemeinde folgen wird!
  • Es muss auch feststehen wer der leitende Gemeindegründer ist und wer im Gründungsteam dabei ist.
  • Schließlich müssen wir entdecken wie wir Menschen mit Gottes Lebensangebot erreichen werden? Weiterlesen „Eine gute Vorbereitung für eine erfolgreiche Gemeindegründung“

M4 – Eine extrem starke Erfahrung

Am Wochenende war unsere Gemeindegründungsgruppe auf ein Gemeindegründungstraining in Norwegen. Das Training nennt sich M4. M4 steht für „Master, Mission, Multiplication und Movement“. Dieses Training war eine extrem starke Erfahrung für uns als Gruppe. Folgende Punkte haben dazu beigetragen:

Weitergabe des Herzens: Bei M4 werden nicht vor allem die Informationen über Gemeindegründung weitergegeben. Hauptsächlich bekommt man die Leidenschaft, die Vision, das Herz und die Werte von Gemeindegründung vermittelt. Nicht allein durch die Vorträge, sondern vor allem durch die Begeisterung der Leiter, das gegenseitige Anspornen, die spürbare geistliche Dichte mit Betonung auf Jesus und die Wertschätzung der Teams durch überwältigende Gastfreundschaft.

Auf den Punkt gebracht: Die Lehrinhalte waren auf die wesentlichen Punkte, die wichtig sind am Anfang einer Gemeindegründung, sehr fokussiert. Nach 45 Minuten inspirierender Vortrag mussten die Team 45 Minuten lang ihre drei Top-Punkte, die sie angehen wollen, festhalten. Dieses Muster wiederholte sich vier Mal. Am letzten Tag hatten wir dann 3 Stunden um unsere festgehaltene Punkte in einem Aktionsplan festzuhalten. Bei dem Training ging es also nicht um Information über Gemeindegründung, sondern vielmehr darum, die konkreten To-dos einer Gemeindegründung festzuhalten.

Vernetzt: Die Begegnung mit anderen Gemeindegründern ist einfach genial. Hier atmen 80 Personen, aus 10 bis 12 verschiedenen Teams die gleiche Luft. Hier ist man nicht Exot, hier ist man als Gemeindegründer normal! Neue Freundschaften sind geknüpft worden. Wir haben viel mit- und füreinander gebetet. Wir sind stolz zur Gattung der Gemeindegründer zu gehören!

Abenteuer: Warum nach Norwegen gehen um ein Training für Gemeindegründung zu besuchen? So was könnten wir auch in Deutschland haben. Nun, es war ein Abenteuer für uns. Wir sind ein ganz neues und ganz junges Team. Das gemeinsame Erlebnis hat uns näher zueinander gebracht. Gemeindegründung ist nicht ein Pflichtprogramm. Es ist Leidenschaft, Nervenkitzel und eben Abenteuer. Wer sich schon lange nicht mehr lebendig gefühlt hat, sollte mal daran denken an einer Gemeindegründung teilzunehmen!

Innovativ: Mich fasziniert es zu sehen wie innovativ dieses Training aufgebaut ist. Der Ablauf ist pädagogisch sehr gut aufgebaut. Dann kommt noch die Verwendung von verschiedenen Medien dazu. Die Inhalte können als Arbeitsbuch gekauft werden oder als eBook. Dann ist eigens für diese Ausbildung eine Web-Plattform GROWDLY geschaffen worden. Hier können Aktionspläne etc. hochgeladen werden. Dadurch kann das ganze Team ihre nächsten Schritte im Blick haben. Aber auch die anderen Teams können sehen was bei den andere sich tut. Auch Videos mit den Lehrinhalten können nochmals angeschaut werden, damit man die Inhalte auffrischen kann.

Prozess: M4 geht zwei Jahre lang. Insgesamt sind es vier 30 Stunden treffen innerhalb von diesem Zeitraum. Dazwischen wird mit einem Coach weitergearbeitet. M4 sagt Gemeindegründung braucht in Europa in der Regel ein Prozess von 3 bis 7 Jahre bis eine Gemeindegründung auf eine Größe von 40 bis 70 Personen gewachsen ist. Vor allem wenn die Betonung darauf liegt Gemeinden zu gründen durch das Erreichen von noch-nicht-Christen.

Ich bete und arbeite dafür, dass wir 2015 eine M4 Ausbildung in Deutschland anbieten können.

Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5