7 Dinge, die ein Gemeindegründer durchlebt

Benny & Vero Gaßmann Gemeindegründer in Saalfeld-Rudolstadt

Ich freue mich sehr diesen Gastbeitrag von meinem guten Freund und Mit-Gemeindegründer Benny Gaßmann auf meinem Blog zu veröffentlichen. Ich lernte Benny 2014 bei einem Praktikum kennen. Damals dachte er, er wäre für Gemeindegründung nicht geeignet. Heute gründet er, zusammen mit seiner genialen Frau Vero, die ConnectKirche Saalfeld-Rudolstadt und macht dabei einen Hammer Job. Aber lest selbst was er erlebt.

 

1. Gott tut übernatürliche Dinge

Vor einigen Wochen war ich abends alleine spazieren. Als ich schon wieder in der Nähe unserer Wohnung war, lief ich an einem Mann vorbei. Er war schätzungsweise Anfang 60. Ich begrüßte ihn und er antwortete mir mit den Worten: „Ich bin so müde“. Ich wurde hellhörig und fragte ihn, was ihn so müde mache? Dann erzählte er mir von seiner inneren Leere und seiner kranken Hand. Er war schon stark angetrunken, aber ich wusste, diese Begegnung kam nicht zufällig. Also hörte ich ihm zu, betete um Heilung für seine Hand, erzählte ihm das Evangelium, lud ihn zum Sonntag mit Freunden ein und brachte ihn nach Hause zu seiner Frau. Auf dem Weg nach Hause sagte er mir immer wieder: „Du bist ein echter Freund“. Bisher habe ich ihn nicht wiedergesehen, aber Gott hatte mich mit ihm zusammengengebracht. Solche Geschichten haben wir hier in Bad Blankenburg öfter erlebt. Weiterlesen „7 Dinge, die ein Gemeindegründer durchlebt“

Was ich von der Mountain View Community Church gelernt habe

Mountain View Missions Moment

Woran erkennt man eine Kirchengemeinde, die wirklich daran interessiert ist, dass Menschen, die ferne von Gott sind, eine echte Chance bekommen, ihn persönlich kennenzulernen? Die Mountain View Gemeinde in Fresno ist ein gutes Beispiel für genauso eine Gemeinde.

Ein Wochenende lang durfte ich die Mountain View Community Church in Fresno California kennenlernen. Ich nahm an Gebetstreffen, Gottesdiensten und Missional Community teil. Pastor Fred Leonard nahm sich Zeit für mich, genauso wie Freunde und zukünftige Mitarbeiter Kevin und Katharina Herla, die für sechs Monate in der Gemeinde ein Praktikum absolvieren.

Hier einige meiner Beobachtungen: Weiterlesen „Was ich von der Mountain View Community Church gelernt habe“

Der markante Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland

Die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gleichen sich in den meisten Bereichen immer mehr aus. Es gibt jedoch einen Bereich, in dem es noch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland gibt: Der Bereich des Glaubens!

Anhand der Studie „Beliefs about God across Time and Countries” der University of Chicago, habe ich mich in letzter Zeit mit dem Glauben in Ostdeutschland beschäftigt.

Oberflächlich betrachtet schien für mich der Unterschied zwischen West und Ost nicht mehr allzu groß zu sein. Die Menschen im Osten machen an den gleichen Orten Urlaub, fahren die gleichen Autos, schauen die gleichen Filme an und kaufen in den gleichen Supermärkten zu den gleichen Preisen ein, wie die Menschen in Westdeutschland. Aber es gibt noch Unterschiede, wie zum Beispiel im Lohnniveau. Thüringen steht jedoch in Bezug auf die Arbeitslosenquote im Mittelfeld, und zwar im gesamtdeutschen Vergleich.

Wenn es nun um den Glauben an Gott geht, gibt es jedoch einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Kaum ein Ostdeutscher glaubt an Gott.

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland

Drei Fakten über den Glauben an Gott in Ostdeutschland haben mir nochmals deutlich gemacht, dass Mission und Gemeindebau in Ostdeutschland unter ganz anderen Voraussetzungen stattfinden.

Nirgends in der Welt glauben so wenige Menschen an Gott wie in Ostdeutschland

30 Länder waren Teil der Studie. Bei der Aussage „Ich glaube nicht an Gott und ich habe noch nie an Gott geglaubt“ führt Ostdeutschland die Tabelle an. 59,4% der Ostdeutschen stimmen dieser Aussage zu. In Westdeutschland sind es vergleichsweise nur 9,2%.

Es findet weiterhin ein Rückgang des Glaubens statt

Zwischen 1991- 2008 nahm die Zahl der Atheisten in Ostdeutschland um 3,4% zu. Hingegen nahm die Zahl der Atheisten in Russland um 11,7% ab. In Westdeutschland stieg die Zahl der Atheisten um 0,1%

Der Trend der areligiösität bleibt weiterhin in den nachkommenden Generationen bestehen

Auffällig sind die unter 28-Jährigen, also, die „Nach-Wende-Generation“. Da sagen 71,6% der Ostdeutschen, dass sie noch nie an die Existenz Gottes geglaubt haben. In der gleichen Altersgruppe in Westdeutschland sind es 15,3%.

Die Studie hat ergeben, dass nirgendwo auf der ganzen Welt so wenige Menschen an Gott glauben wie in Ostdeutschland. Wenn es um den geistlichen Zustand in unserem Land geht, dann gibt es einen markanten Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland.

Der Erfurter Theologieprofessor Eberhard Tiefensee beschreibt dabei unsere missiologische Herausforderung:

„Wenn Ostdeutschland nun Missionsland ist, dann trifft christliche Verkündigung erstmalig nicht auf andere Religionen, sondern auf ein stabiles areligiöses Milieu.“  Dieses ‚Milieu‘, habe sich als hochresistent für Missionsbewegungen aller Art erwiesen. (Quelle)

Drei Dinge die für Mission in Ostdeutschland wichtig sind

Drei Dinge werden dadurch für mich für Mission in Ostdeutschland wichtig:

Wir brauchen einen langen Atem

Diese Zahlen und Fakten lösen keine Resignation in mir aus. Sie helfen mir, meine Situation besser einzuschätzen. Wir werden einen langen Atem brauchen, um kreative Wege zu entdecken, damit wir unseren Mitmenschen Raum und Hilfe für eine Gottesbeziehung anbieten können. Denn, wie Tiefensee betont, dürfen wir den „Abgrund zwischen der kirchlichen Verkündigung und den nichtchristlichen Adressaten nicht unterschätzen.“

Wir sprechen eine Einladung aus

Ich mag die Menschen hier. Es sind wunderbare Menschen, und ganz gleich, wo sie in Puncto Glauben stehen, bereichern sie mein Leben. Ich lebe gerne in Ostdeutschland. Deshalb sprechen wir ganz bewusst eine Einladung an die Menschen aus, ohne jedoch einnehmend oder aufdringlich zu sein.

Trotz unserer Schwäche stecken wir uns mutig große Ziele

Angesichts der großen Herausforderung dürfen wir uns mutig große Ziele stecken. Dabei verlieren wir unsere eigene Begrenzung nicht aus den Augen. Wir können keine geistliche Wende vollziehen. Wir können den geistlichen Status Quo nicht verändern. Aber Gott kann. Wenn unser Gott lebt und allmächtig ist, dann kann er unsere kleinen und oft schwachen Ansätze verwenden, um die geistliche Statistik in Ostdeutschland zu verändern, damit es eines Tages heißt #ostdeutschlandglaubt.

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Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen

Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen

Ich wurde gefragt: „Ist Gemeindegründung obligatorisch oder optional – eben nur für Gemeinden, die Gott besonders dafür beauftragt?“

Ich fragte zurück: „Warum gibt es eine Jugendarbeit in eurer Gemeinde?“ Unterschiedliche Antworten kamen, aber keiner sprach von einem spezifischen Auftrag Gottes dafür.

Gemeinden suchen nicht lange nach einer Begründung für eine Jugend- oder Lobpreisarbeit. Um eine neue Kirche zu starten, soll jedoch eine spezifische göttliche Beauftragung benötigt werden.

Hier sind drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen: Weiterlesen „Drei Gründe, warum wir eigentlich Gründe suchen müssten, wenn wir keine neuen Gemeinden gründen“

Neue Gemeinden reisen mit Leichtgepäck

Leichtgepäck - Waage

„Reise mit Leichtgepäck“, ist ein Prinzip für gesundes Gemeindewachstum. Konzentriere dich auf das Wenige, das wirklich wesentlich ist und tue es mit einer hohen Qualität.

Wer mit Leichtgepäck reist, konzentriert sich besser auf das Wesentliche

Etablierte Gemeinden haben oft ein sehr großes Angebot im Programm. Und das will alles koordiniert und organisiert werden. Die Fülle des Angebots ist nicht unbedingt ein Vorteil, wenn es darum geht, eine erlösungsbedürftige Welt zu erreichen. Die Fülle an internen Programmen stellt hohe Ansprüche an Ressourcen und Personal, so dass die Kraft und Energie, die übrig bleibt, für die Welt eher klein ausfällt. Das heißt, je länger eine Gemeinde besteht desto mehr Aufwand und Ressourcen werden benötigt, um sich selbst zu verwalten und sich selbst zu erhalten. Neue Gemeinden haben es leichter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Weiterlesen „Neue Gemeinden reisen mit Leichtgepäck“

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