Auf der Schwelle zu einer Reise in die apostolische Zukunft der Gemeinde

Buchempfehlung: on the verge – a journey into the apostolic future of the church

On the Verge: A Journey into the Apostolic Future of the Church ist ein Buch über sich multiplizierende Gemeinden, missionale Leute und eine missionale Bewegung.

on the verge

© Bild James Ros | Buch on the verge von Alan Hirsch und Dave Ferguson

Die Gedanken in diesem Buch haben mich gefesselt. Ich musste nachdenken. Mich freuen. Verdauen. Mir Zeit nehmen.

Vier Aspekte, die mir u.a. gefallen haben:

Kreative Innovation wird großgeschrieben

„Dies ist nicht einfach ein Versuch, in einer sich ändernden Kultur hipp oder cool zu sein, sondern ein Geist-geleiteter Prozess, der das Volk Gottes neu prägt, um in der Mission Jesu effektiver zu sein.“ (On the Verge: A Journey into the Apostolic Future of the Church S.107)

Dabei geht es den Autoren nicht nur um Innovation nach innen, also bessere Gottesdienste, bessere Kleingruppen, mehr und bessere Angebote in der Gemeinde. Es geht vor allem um die Innovation nach außen. Wie kommt die Kirche wirklich dorthin, wo sie noch gar nicht ist?

Bob Roberts Jr. sagt, dass jede Gemeinde, die Multiplikation schätzt, ihren Erfolg oder ihre Niederlage außerhalb ihrer Mauern messen wird. … Bei einem missionalen Messwert würde es, zum Beispiel,  nicht darum gehen, wie viele Menschen eine Gemeinde besuchen oder wie hoch der jährliche Etat ist oder Ähnliches, sondern es geht vielmehr um den Umfang und die Reichweite der Beziehungen von Personen in die nichtchristliche Gesellschaft hinein. (On the Verge: A Journey into the Apostolic Future of the Church S.155)

Sein Verlagen, Menschen von ihrer Schuld und Feindschaft einem heiligen Gott gegenüber zu befreien, ist eine Leidenschaft, die zu Leiden wird. … Jesus stirbt, um eine radikal neue Gesellschaft zu gründen, und diese heißt „Gemeinde“. … Die ganze Fleischwerdung, das Leben und die Lehre Jesu, sein Tod und seine Auferstehung waren alle auf dieses eine Ziel  gerichtet: Gemeinde. … Er brennt für sie. Sie ist seine große Leidenschaft und Sehnsucht. Dafür setzt er alles ein. Weil sie aus ihm entstanden ist, ist Gemeinde die Hoffnung dieser Welt.

Das Jesus-Modell; Dietrich Schindler, S. 14+15

Dietrich Schindler

Fang an, bevor Du dazu bereit bist!

Fang an, bevor Du dazu bereit bist! In Gemeindegründung fangen wir höchst wahrscheinlich nicht als Experten an. Wenn wir dennoch starten, haben wir die Chance auf dem Weg zu Experten zu werden. Aber wir müssen anfangen, auch wenn wir noch nicht dazu bereit sind.

Tafel Überschrift: Los gehts

© panthermedia.net

Jesus selbst gibt seinen Leuten das Startsignal, bevor sie dazu bereit sind:

Und als sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern … Matthäus 28, 17 – 19a

Die Freunde von Jesus wissen was er drauf hat. Kranke wurden spontan geheilt. Das Wetter übernatürlich beruhigt. Er wurde hingerichtet, doch der Tod war zu schwach um ihn zu halten. Und nun steht er von ihnen. Jetzt müssten die doch wissen, für diesen Gott ist kein Ding unmöglich. Jetzt kann es losgehen. Aber so war es nicht.

Einige aber zweifelten! Waren sie für diese Aufgabe vorbereitet? Nein! Sie zweifelten. Jesus macht aber keinen Rückzieher. Er übergibt Menschen, die Zweifel haben, eine Aufgabe. Er fordert sie regelrecht dazu auf, anzufangen, bevor sie dazu bereit sind.

Warum fällt es uns oft so schwer Neues anzufangen?

Es gibt wenig Sicherheit und viel Chaos

Wir tun uns oft schwer etwas anzufangen, weil das Neue ein Gefühl der Unsicherheit in uns auslöst. Das Bestehende ist erprobt. Das Bekannte, damit kennen wir uns aus. Aber, wir haben unsere Zweifel, sind verunsichert und zögerlich, weil das Neue unbekannt, unerprobt und ganz anders ist. Da gibt es wenig Sicherheit und viel Chaos.

Am Anfang ist die neue Sache selten so gut, wie das Bisherige war. Aber wenn Du darauf wartest, bis die Alternative von Anfang an besser ist als der Status quo, wirst Du nie anfangen. [Seth Godin / Zitiert in On the Verge: A Journey Into the Apostolic Future of the Church (Exponential)]

Bevor Thomas Edison seine Glühbirne erfand, erfand er 1.800 Wege wie eine Glühbirne nicht funktioniert. Columbus war auf der Suche nach Indien als er Amerika entdeckte. Bahnbrechende, lebensverändernde und bedeutungsvolle Ergebnisse, groß oder klein, sind nicht sofort da. Sie entstehen dort, wo sich Menschen mutig in das Chaos des Neuen hineinbegeben. Trotz Zweifel und Verunsicherung fangen sie an, bevor sie dazu bereit sind.

Ausreden, Alibis und weitere Million Gründe

Unser Feind dabei ist nicht unser Mangel an Vorbereitung. Auch nicht die Schwierigkeit unseres Projektes, dass wir anfangen wollen. Genauso wenig ist es der Mangel an Ressourcen, ob Zeit oder Finanzen.

Unser Feind ist das Geratter unseres Gehirns, das, wenn wir es nur eine Nanosekunde Zeit lassen, anfängt Ausreden, Alibis, und weitere Millionen Gründe zu produzieren, warum wir nicht tun können / sollen / werden, was wir wissen, dass wir tun müssten. [Steven Pressfield, Do the Work: Overcome Resistance and Get Out of Your Own Way]

Es gibt dafür nur eine Lösung: Fang an, bevor du dazu bereit bist.

Wie siehst Du die Welt?

Wie du Welt siehst, bestimmt, wie du die sie behandelst! Eine Begegnung zwischen Jesus und einem Mann Namens Zachäus, zeigt wie Gott die Menschen oft ganz anders wahrnimmt wie ich es tue. Nachzulesen ist diese Begebenheit in der Bibel, Lukas 19, 1-10.

Hände halten die Welt

© iStockphoto.com | jgroup

Darin lerne ich drei Dinge über meinen Umgang mit meinen Mitmenschen:

Menschen müssen spüren, dass ich sie mag

Die Menschen mochten Zachäus nicht. Für sie war er ein Volksverräter und Erpresser. Wenn Menschen wie Zachäus etwas Schlimmes passiert, zucken viele mit den Schultern und sagen: „Das geschieht dem recht, da hält sich mein Mitleid in Grenzen.“ Und als Jesus durch die Stadt ging, bot sich eine willkommene Gelegenheit, Zachäus eins auszuwischen. Sie ließen ihn einfach nicht durch. Versperrten ihm die Sicht. Sie waren unfreundlich zu ihm. Sie ließen ihn spüren, dass sie ihn nicht mochten.

Und dann kommt Jesus in die Stadt, in der Zachäus wohnt. Und das verändert die ganze Geschichte, weil Jesus die Welt anders sieht. Jesus ist großzügig mit seinem Mitleid. Er sucht die Nähe, nicht die Distanz, zu Zachäus. Jesus lässt Zachäus spüren, dass er ihn mag.

Ich will gut über meine Mitmenschen denken

Wie wir über Menschen denken, wird sich immer in unserem Verhalten auswirken. Du kannst nicht negative über deine Mitmenschen denken und ihr Leben positiv beeinflussen. Weil Gott gut über uns denkt, handelt er auch zu unserem Besten.

Die Menschen dachten: Zachäus soll büßen! Jesus dachte: Zachäus braucht Gnade!  D.h. er soll unverdient Gutes empfangen. Die Menschen sahen eine Gelegenheit, Zachäus das Leben schwer zu machen. Jesus entdeckte eine Möglichkeit, das Leben von Zachäus besser zu machen. Die Menschen dachten, es wäre angebracht, gemein zu sein. Jesus dachte, es wäre richtig, gütig zu sein.

Jesus sieht die Welt als einen Ort, an dem es viele Menschen gibt wie Zachäus. Menschen, denen es besser gehen könnte. Menschen, die gemein sind, unvollkommen, böse oder einfach anders und deshalb Güte und Hoffnung brauchen.

So sieht es aus: Jeder Mensch ist enorm wertvoll und wichtig

Gott ist Tag für Tag in unsere Welt unterwegs und er sieht nur Menschen, die enorm wertvoll und wichtig sind: Jeder meiner Mitmenschen ist enorm wichtig und enorm wertvoll! Der Alkoholiker, der dem Gehweg entlang torkelt. Die rotzfrechen Jugendlichen, die den Bus für sich in Anspruch nehmen. Die Nachbarn, die ständig laute Partys feiern. Der Ausländer. Alle, wirklich alle Menschen sind hier und jetzt wichtig und wertvoll und brauchen das große Glück Gottes in ihrem Leben und in ihren Familien.

Wer die Welt so sieht, verändert die Welt zum Guten!

Frage: Was kannst du tun, um die Welt so zu sehen, wie Jesus sie sieht?